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Die Geschichte von John Frost

Am Sonntag, 17. September, wurden wir von England aus eingeflogen und landeten per Fallschirm oder Gleitflugzeug ziemlich weit weg von Arnheim im Dorf Wolfheze. Die deutschen Truppen waren völlig überrascht, und fast wäre es uns gelungen, Feldmarschall Model, den Kommandanten der deutschen Streifkräfte in diesem Gebiet, gefangen zu nehmen. Es war so knapp, dass einer meiner Kameraden im Hotel „De Tafelberg” noch das Mittagessen kosten konnte, das für den Feldmarschall bereit stand, als dieser Hals über Kopf flüchtete.

Wir wurden von der Bevölkerung überschwänglich begrüßt, als wir Richtung Arnheim zogen. Doch schnell war den Deutschen klar, welche Absicht wir hatten. So sperrten sie alle Wege Richtung Arnheim. In der Eile aber übersahen sie zunächst den südlichen Zugangsweg am Fluss entlang. Deshalb gelang es mir und meinem Bataillon noch vor Einbruch der Dunkelheit, auf diesem Weg den nördlichen Teil der Rheinbrücke zu erreichen.

Nun mussten wir versuchen, die Brücke zu überqueren, um den südlichen Teil zu erobern.  Wir befürchteten, dass die deutschen Truppen die Brücke sprengen würden, so wie sie es zuvor mit der Eisenbahnbrücke in Oosterbeek getan hatten. Deshalb mussten wir die Drähte, die zu den Sprengladungen führten, unschädlich machen. Doch als wir versuchten, die Brücke zu überqueren, eröffneten die deutschen Truppen vom südlichen Teil der Brücke aus das Feuer und töteten oder verwundeten jeden, den sie sahen. Es entwickelte sich ein erbittertes Gefecht, das von Sonntag bis Donnerstagmorgen dauerte.

Aus unterschiedlichen Gründen funktionierten unsere Funkgeräte kaum, so dass wir nicht recht wussten, was sich andernorts abspielte. Wir hatten eine Brieftaube bei uns, die wir mit dem Bericht nach England schickten, dass wir den nördlichen Teil der Brücke erobert hätten. Die Taube hat für ihren gezeigten Mut sogar eine Auszeichnung erhalten! Die deutschen Truppen unternahmen wütende Vorstöße, um uns von der Brücke zu vertreiben. Doch wir hielten die Gebäude rundum die nördliche Auffahrt unter Kontrolle, obwohl sie am Montagmorgen versuchten, uns mit einer Gruppe Panzerfahrzeuge aus südlicher Richtung zu überraschen. Ständig hofften wir, dass Verstärkung aus Oosterbeek oder von der Zweiten Britischen Armee aus Richtung Nimwegen eintreffen würde – doch niemand kam, nur immer mehr deutsche Soldaten.

Sie beschossen unsere Stellungen mit allen Kanonen, die sie hatten, griffen mit schweren Panzern an und versuchten, uns mit Infanterietruppen zu überrennen.

Unser größtes Problem war der Mangel an Munition, da wir nur über die Ausrüstung verfügten, die wir am Sonntag mitgenommen hatten, und von Nachschub keine Rede sein konnte.

Nach und nach stieg die Zahl der Opfer, und die Keller der Häuser füllten sich mit Verwundeten. Uns gingen schnell die Wasservorräte aus, und zu allem Überfluss begannen die deutschen Soldaten, die Häuser anzuzünden, in denen wir uns verschanzt hatten. Am Montagabend waren die meisten Häuser zerstört, in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch schienen alle Straßen um uns herum in Flammen zu stehen. Das Knistern des brennenden Holzes war fast so laut wie der Beschuss durch den Feind.

Am Mittwochmorgen wurde ich verwundet. Das hatte aber keinen Einfluss mehr auf die Gefechte, da das Befehlen der eigenen Truppen schon vorher unmöglich geworden war. In einem großen Gebäude an der Brücke, das eine Schlüsselposition bei der Verteidigung innehatte, lagen inzwischen mehre als 200 Verwundete im Keller. Dieses Haus ging im Laufe des Mittwochs in Flammen auf. Es war unmöglich, den Brand zu löschen, was bedeutete, dass diese Messchen lebend verbrennen würden, wenn nichts unternommen wurde. Ich gab unseren Sanitätern die Zustimmung, nach draußen zu gehen, um Kontakt mit den Deutschen aufzunehmen; schließlich befanden sich unter den Verwundeten auch viele Deutsche. Sie erklärten sich mit einem Waffenstillstand einverstanden, und im Nu taten die Gegner, die sich auf Leben und Tod bekämpften, alles dafür, die Verwundeten zu retten. Danach begannen die Kämpfe wieder, doch für die Überlebenden war der Kampf sinnlos geworden, da eine Verteidigung unmöglich geworden war. Fast alle Häuser waren zerstört, so dass wir keine Deckung mehr hatten.

Die Übermacht der deutschen Truppen war einfach zu groß. Außerdem hatten wir vier Tage nicht mehr schlafen können und mussten mit einem Mangel an Wasser, Nahrung und Munition fertig werden.

Am Donnerstag wurden die kärglichen Reste des 29. Fallschirmjägerbataillons gefangen genommen.

Nachdem ich mich von meinen Verwundungen erholt hatte, wurde ich in ein Kriegsgefangenenlager mit Namen Colditz geschickt. Im Frühjahr 1945 wurden wir von amerikanischen Truppen befreit und heim nach England geflogen.

Als wir uns der englischen Küste näherten, rief der Kommandant über die Schulter zu mir: „Da, Herr Oberst, da sind die White Cliffs von Dover!"

Nach neun Monaten war ich wieder zu Hause angekommen. 

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